Kampfpanzer im Vergleich: Zwischen deutschem Leopard und M1 Abrams gibt es nur wenige Unterschiede (2023)

  1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Ausland
  4. Ukraine-Krise

Kampfpanzer im Vergleich: Zwischen Leopard und M1 Abrams gibt es nur wenige Unterschiede

Kampfpanzer im Vergleich: Zwischen deutschem Leopard und M1 Abrams gibt es nur wenige Unterschiede (1)

FOCUS online/Wochit Zwischen Leopard und M1 Abrams gibt es zwei Unterschiede

Montag, 23.01.2023, 11:38

Das Wichtigste

  • Bundeskanzler Olaf Scholz soll inzwischen bereit sein, Panzer an die Ukraine zu liefern - wenn die USA ihrerseits auch Kampfpanzer liefern.
  • Das deutsche Modell heißt Leopard 2, die US-Variante M1 Abrams.
  • Verallgemeinert gesprochen haben die beiden Panzer militärisch ähnliche Fähigkeiten. Doch technisch weisen sie einige Unterschiede auf.

Als „relativ gleich“ bezeichnet Ralf Raths, Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster, beide Kampfpanzer. Ein Grund: Sie gingen aus einem gemeinsamen Projekt hervor. Sie haben Raths zufolge ihre Wurzeln beim Kampfpanzer 70, der im Kalten Krieg Mitte der 1960er-Jahre von den USA und Deutschland entwickelt wurde.

Wohl auch deshalb gibt es Unterschiede eher im Detail. Insgesamt sei die Bedienung eines Kampfpanzers komplex, aber „keine Raketenwissenschaft“, erklärt Raths. Panzerschutz, Beweglichkeit und Feuerkraft sieht er bei beiden Modellen in einer „ausgesprochen gelungenen Balance“.

Bundeswehr nennt Leopard 2 „Raubtier auf Ketten“

Die Bundeswehr bezeichnet den Leopard 2 als ein „Raubtier auf Ketten“ und nutzt den Kampfpanzer in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in der neuesten Variante von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Über die Jahre erhielten die vom Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann entwickelten Kettenfahrzeuge eine immer stärkere Panzerung.

Die etwa 64 Tonnen schwere aktuelle Version A7V erreicht mit 1500 PS starken Diesel-Motoren auf dem Gelände eine Höchstgeschwindigkeit von 63 Kilometern pro Stunde. Dabei ist der Panzer besonders durch die Besatzung limitiert, die sich bei schnelleren Geschwindigkeiten nicht mehr richtig festhalten könnte. Auf der Straße kann ein plombierter Leopard sogar über 100 km/h schnell fahren.

Vom Leopard 2 A7V soll die deutsche Armee in den kommenden drei Jahren insgesamt 104 Exemplare erhalten. Ältere Panzer werden ausgemustert oder an andere Länder abgegeben. Darunter fallen Modelle des Typs A4 oder auch die Leopard-1-Vorgängergeneration.

Tipp: Infos und Bilder - Leopard, Marder, Gepard: Warum schwere Waffen wie Raubtiere heißen

Die USA besitzen mehr als 6000 Kampfpanzer, Deutschland hat knapp 300

Nach Angaben im Jahresbericht „Military Balance 2022“ des Internationalen Instituts für strategische Studien hat Deutschland mehr als 300 Leopard-2-Panzer:225 Stück der Serien A5/A6 und 59 der Serien A7/A7V. Eingelagert sind 55 Leopard 2 A4.

Die Daten des M1 Abrams lesen sich fast wie eine Kopie vom Leopard 2. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord.

Kampfpanzer im Vergleich: Zwischen deutschem Leopard und M1 Abrams gibt es nur wenige Unterschiede (2)

dpa Ein Panzer des Typs M1 Abrams der US Army fährt während einer multinationalen Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels über eine Straße.

Die vier Insassen werden mit einer stahlummantelten Panzerung mit abgereichertem Uran vor Angriffen geschützt. Mit ebenso 1500 PS unter der Haube kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Stundenkilometern.

Leopard 2 und M1 Abrams unterscheiden sich im Antrieb und bei der Höchstgeschwindigkeit

Den M1 Abrams gibt es ab 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Nach dem M1 folgte der M1A1 und schließlich der M1A2. Nach „Military Balance“-Angaben sind die USA im Besitz von mehr als 6000 Stück. Im Einzelnen: 650 vom Typ M1A1 und knapp 2000 M1A2 in verschiedenen Ausführungen, dazu kommen weitere 3450 eingelagerte Einheiten beider Modelle.

Gravierende Unterschiede zwischen Leopard und Abrams liegen im Antrieb und bei der Höchstgeschwindigkeit: Während der deutsche Panzer nach Herstellerangaben auf 100 Kilometer bis zu 530 Liter Diesel verbraucht, wird der M1 Abrams von einer Gasturbine angetrieben. Dem Pentagon zufolge werden drei Gallonen Kerosin pro Meile verbraucht - also 700 Liter auf 100 Kilometer.

Außerdem unterschieden sich die beiden Panzer bei der potenziellen Höchstgeschwindigkeit. Während der deutsche Panzer im Gelände auf maximal 63 Kilometer pro Stunde kommt, ist das US-Modell in der Spitze um bis zu fünf Stundenkilometer schneller.

Infos und Bilder - Leopard, Marder, Gepard: Warum schwere Waffen wie Raubtiere heißen

lsc/dpa

Zum Thema

Ukraine-Krieg - Stimmen und Entwicklungen Auch Deutsche töten für Wagner - und bekommen dafür 10.000 Euro Bonus Berlin-Wahl im Newsticker Keine Wahlbeobachtung: OSZE-Experten plädieren für Verzicht Verdi kündigt Warnstreiks an Die Post streikt: Worauf Sie bei wichtigen Schreiben jetzt achten müssen

Vielen Dank! Ihr Kommentar wurdeabgeschickt.

Im Interesse unserer User behalten wir uns vor, jeden Beitrag vor der Veröffentlichung zu prüfen. Als registrierter Nutzer werden Sie automatisch per E-Mail benachrichtigt, wenn Ihr Kommentar freigeschaltet wurde.

Artikel kommentierenNetiquette | AGB

Leser-Kommentare (53)

Bei den folgenden Kommentaren handelt es sich um die Meinung einzelner FOCUS-online-Nutzer. Sie spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.

Heute, 24.01.2023 | 16:00 | Ralf Müller

Seid ihr völlig bekloppt?

Machen sich wirklich Leute Gedanken darüber ob ein Panzer klimaschonend ist während damit Menschenleben vernichtet werden? Vielleicht sollte auch geprüft werden ob beim verschießen der Munition nicht auch noch übermäßig viel CO2 freigesetzt wird und ein Tempolimit für Panzer angebracht wäre. Diese Diskussion ist völlig irre.

Antwort schreiben

Weitere Kommentare (10)

Heute, 24.01.2023 | 01:38 | Thorsten Haupt

Wer hat ihn erfunden?

Der erste echte grüne umweltfreundliche Superpanzer wurde von Leo nardo Da Vinci konstruiert! Alle anderen sind doch nur Plagiate. Auf dem Wärmebild beim Kurbelantrieb sieht man nur eifrige Kurbler aber keine Schwurbler,denn die bekommen vom Trommler sofort ein Hieb auf die Nuss! AHoi

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 23:49 | Mark Anton

"klimaschonender" Leopard-Panzer :-)) das war der

"Schenkelklopfer des Tages". So, so, der fährt also noch mit "Diesel-Antrieb", der Abrams mit "kerosinbasierter Gasturbine", Na aber...so was "Unökologisches" aber auch. Ich verlange, daß sich die Grünen dafür einsetzen, daß alle Militärfahrzeuge der Bundeswehr unverzüglich auf "BEV-Antriebe" nebst "kompostierbarer Munition" für die "rein ökologische Kriegsführung" umgerüstet werden. Das Aufladen erfolgt während der notwendigen "Gefechts-Ladepausen", so "zwischendurch" beim "Essen fassen" oder der "Feld-Politschulung" etc. Sollte es wegen der "Spitzenglättung" im Stromnetz mit dem Laden "etwas länger dauern", kann man ja dem Gegner signalisieren, daß noch "Putz- und Flickstunden" einzuschieben sind... :-))) ...

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 16:33 | Karl Heinrich

Bundeswehr nennt Leopard 2 „Raubtier auf Ketten“

Tja, das kenne ich noch aus meiner Zeit beim Militär! Durfte ihn auch bei seiner Tätigkeit bewundern! Soll ja der Beste Panzer weltweit sein! Made in Germany eben!

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 13:18 | Norbert Vincent Horwath | 1 Antwort

Deutsche Panzer seien klimaschonender,

da lacht man sich doch wund,wenn man von studierten,ausgewachsenen Journalisten so etwas liest.Mich wundert nichts mehr in diesem Deutschland.Es ist traurig,daß sich nach so brillianten Menschen wie der frühere deutsche Kanzler Helmut Schmidt sich keine ähnlichen Nachahmer hier in Deutschland mehr finden ließen.

Antwort schreiben

  • Heute, 24.01.2023 | 06:09 | Bergeld Richard

    Ist doch gut

    Nicht klimafreundliche Kampfpanzer dürfen in Deutschland nicht fahren. Da hat es jeder potentielle Gegner schwer. Wie soll er kämpfen wenn die Panzer fahrverbot haben?

Gestern, 23.01.2023 | 13:02 | Markus Wende

Klimaschonender Leo?

Na dann ist ja alles klar warum das die Grünen so vehement darauf drängen auf den möglichst baldigen Kriegseinsatz. Der Leo ist gut fürs Klima! Das hätten Sie doch aber auch gleich sagen können. Gehen dann unsere Klimakleber auch mit zusammen mit Luisa und Gretl? Dann wäre ich auch stark für den Einsatz der kompletten Doitschen Panzerarmee....

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 12:24 | Peter Epple

Raubtier auf Ketten!

Der Bundeswehr dürfte ihr Spruch oben mittlerweile leid tun! Denn das "Raubtier auf Ketten", der Kampfpanzer Leopard, hat die Begehrlichkeit unserer ukrainischen Freunde geweckt, deren militärische Lage mit "prekär" noch freundlich umschrieben ist! Die gesamte NATO trommelt auf Deutschland ein, den Leopard schnellstens in größerer Stückzahl zu liefern, vor der russischen Frühjahrsoffensive, die in wenigen Wochen beginnen dürfte! Für die Ausbildung der ukrainischen Panzerbesatzungen ist es schon fast zu spät, genauso für die Bereitstellung der nötigen Logistik, um die Panzer reparieren und warten zu können! Die Amerikaner werden jetzt wohl auch ein paar Abrams-M1-Tanks liefern, um der Bundesregierung den letzten Schubs zu geben! Dann ist die Bundeswehr die 200 Leoparden los, die fahren!

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 12:21 | Jürgen Bauer | 1 Antwort

der Leopard ist maskuliner, deshalb abzulehnen

man will doch eine feministische Verteidigungspolitik, dann darf man nicht vom Leopard sprechen, eher von Leopard:*In.

Antwort schreiben

  • Gestern, 23.01.2023 | 20:34 | Amelie Schuster

    Sie

    müssen aber zugeben, dass der Panzer mit seiner Kanone eher männliche Attribute hat. Man könnte ihn natürlich umoperieren, aber welche Kampfkraft hätte er dann noch?

Gestern, 23.01.2023 | 12:19 | Hilmar Werner

Gehts noch

Ich komme mir vor wie Spielkarten Quartett mein Panzer ist besser als deiner die Dinger sind keine Autos es müssen Gespräche und Verhandlungen geführt werden sonst wird das nix mit Frieden.

Antwort schreiben

Gestern, 23.01.2023 | 11:53 | Michael Kieslich

Was ist noch klimaschonender als ein Panzer?

Richtig, Kein Panzer. Wenn wir uns im Winter wärmen wollen kommen die Grünen mit ihren Kampftruppen, auf neudeutsch Aktivisten genannt, und blockieren die Kohle oder die Verkehrswege. Wenn sich Russen und Ukrainer gegenseitig umbringen wollen halten sich gerade die Grünen Kampftruppen seltsam zurück. Warum nicht die Mollotows und die Ziegelsteine einpacken und mit dem Rad an die Front? Oder ist das Klima nur an bestimmten, sehr sicheren Stiellen in Gefahr? Und die schwedische Hohepriesterin der Klimasekte oder ihr deutsches Pendant verlieren auch kein Wort über Alternativen der Kriegsführung wie etwaa Pfeil und Bogen. Klimakampf ist schon eine vertrackte Sache...

Antwort schreiben

Weitere Kommentare (10)

Sie waren einige Zeit inaktiv, Ihr zuletzt gelesener Artikel wurde hier für Sie gemerkt.

Zurück zum ArtikelZur Startseite

Lesen Sie auch

Medienbericht Jetzt also doch! USA prüfen Lieferung von Abrams-Panzern „in größerer Anzahl“ PRIDE Index 2023 Diversität deutscher Unternehmen: „Hinterherhinken wird in Zukunft zum Problem“
Mindestens eine Kompanie Deutschland wird nun doch Leopard-2-Kampfpanzer an Ukraine liefern Ramstein-Konferenz im Ticker Nach Pistorius äußert sich jetzt US-Verteidigungsminister Austin in Ramstein

„Ukraine-Krise“ abonnieren

Verfolgen Sie die neuesten Artikel zum Thema „Ukraine-Krise“ in Ihrem RSS-Reader oder E-Mail-Programm

RSS

Einige Bilder werden noch geladen. Bitte schließen Sie die Druckvorschau und versuchen Sie es in Kürze noch einmal.

Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Lidia Grady

Last Updated: 01/29/2023

Views: 6671

Rating: 4.4 / 5 (45 voted)

Reviews: 92% of readers found this page helpful

Author information

Name: Lidia Grady

Birthday: 1992-01-22

Address: Suite 493 356 Dale Fall, New Wanda, RI 52485

Phone: +29914464387516

Job: Customer Engineer

Hobby: Cryptography, Writing, Dowsing, Stand-up comedy, Calligraphy, Web surfing, Ghost hunting

Introduction: My name is Lidia Grady, I am a thankful, fine, glamorous, lucky, lively, pleasant, shiny person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.